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Geschichte und Geschichten

Als Gründungsjahr von Bad Nenndorf gilt das Jahr 1787. Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel gab dazu den Anstoß als er das Grundstück und die angrenzenden Ländereien um die viel gepriesenen Schwefelquellen am Rande des Dorfes aufkaufte.

Der Ausbau der Kuranlagen erfolgte schon wenig später, denn der medizinische Wert der Schwefelquellen, die einstmals am Fuße des Galenbergs frei aus dem Boden traten, war bereits seit 1772 bekannt.


Der hessische Landgraf ließ ein Badehaus und ein Logierhaus errichten und schon in den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts gehörte Nenndorf zu den großen Heilbädern im Lande.

Als der hessische Landgraf 1803 zum Kurfürsten erhoben wurde, ließ er sich in Nenndorf eine standesgemäße Residenz, das Schlösschen, errichten. Diese im Klassizismus erbaute Lodge, aber auch weitere historische Gebäude wie das Landgrafenhaus und das Haus Kassel stammen aus den frühen Tagen des Nenndorfer Gesundbrunnens.

Politische Entwicklungen in Europa führten dazu, dass der Kurfürst seine Lodge nicht sofort beziehen konnte, sondern Napoleons jüngster Bruder Jérôme Bonaparte dort residierte. Denn 1807 war dieser König von Westfalen geworden. Aufgrund seiner Vergnügungssucht ging er auch als „König Lustik“ in die Annalen ein. Wegweisend für Nenndorf aber war, dass er hier das Schlammbaden einführte, das er aus seiner Heimat kannte.

Als Nenndorf 1866 schließlich königlich-preußisches Heilbad wurde, erlebte es seine zweite wichtige Entwicklungsphase. Beeindruckendes architektonisches Zeugnis aus dieser Zeit ist das am Rande des Kurparks gelegene Große Badehaus aus dem Jahre 1905/06.

Aber auch die Erweiterungen des Kurparks gehören in die Zeit des preußischen Staatsbades, aus dem später das Niedersächsische Staatsbad Nenndorf hervorging.